Mit Breakdance, Hip-Hop und einer Gesangseinlage wurde Claudia Roth (Bündnis 90/Die Grünen) im Jugend- und Kulturzentrum „Space“ des Vereins Doyobe e.V. empfangen. Die ehemalige Staatsministerin beim Bundeskanzler und Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien diskutierte auf Einladung von Doyobe e.V. über Kultur, Demokratie und die Bedeutung kreativer Räume – besonders im ländlichen Raum.
Stephanie Alvarez, Vorsitzende von Doyobe, und Geschäftsführer Onur Bakis begrüßten die Politikerin. Bakis machte deutlich, wie wichtig ihre frühere Unterstützung für die Entwicklung des Vereins gewesen sei: „Das hier ist entstanden, weil Sie im Ressort waren.“ Seit mehr als zehn Jahren bietet das „Space“ jungen Menschen und Künstlern einen Ort zur kreativen Betätigung und zur Entfaltung.
Wie lebendig dieser Ort ist, zeigten die Jugendlichen selbst: Rosa Wallinger beeindruckte mit Breakdance-Moves, auch Onur Bakis zeigte Akrobatisches. Kimberley Mukono präsentierte mit fünf Tänzerinnen eine energiegeladene Hip-Hop-Choreografie, und Alex Nowak sang einen Song über Umweltprobleme. Der Applaus war groß – auch bei Claudia Roth.
Im anschließenden Podiumsgespräch erinnerte sie an die Pandemiezeit, als Theater, Kinos und Clubs geschlossen waren. „Viele Menschen haben gespürt, was fehlt, wenn es keine Kultur gibt“, sagte sie. Kultur sei für sie „Grundnahrungsmittel“ – und zwar nicht nur Hochkultur, sondern ebenso Breakdance, Hip-Hop, Pop oder Rap. Alle müssten sich mit ihren Ausdrucksformen wiederfinden können. Deutschland sei ein vielfältiges Land, Kultur müsse dieser Realität gerecht werden.
Roth verwies auf internationale Entwicklungen: In der Ukraine würden kulturelle Einrichtungen systematisch zerstört, in den USA gebe es Bestrebungen, bestimmte Bücher zu verbieten. Bildung und Kultur seien daher zentrale Pfeiler einer offenen Gesellschaft. Demokratie brauche Kritik, Provokation und einen künstlerischen Spiegel.
Auch für ländliche Regionen forderte Roth starke Kulturangebote. Neben Schule und Kirche brauche es Orte, an denen junge Menschen ihre Talente entwickeln können. Vielfalt bedeute, dass neben der Schuhplattlergruppe auch Breakdance seinen Platz habe. Politik habe die Aufgabe, dafür die Rahmenbedingungen zu schaffen – etwa durch Förderprogramme und das Gewähren und Sicherstellen von Räumen.
Bakis berichtete, was mit Fördergeldern möglich wurde: die digitale Ausstattung, sowie Projekte zur Verbindung von Demokratie und Kultur. Zudem übernimmt die Stadt Freilassing inzwischen 40 Prozent der Miete im „Space“, ermöglicht durch Impulsförderungen aus „Neustart Kultur“. Kulturförderung sei jedoch eine freiwillige Aufgabe der Kommunen und daher oft gefährdet, gab Roth zu bedenken. Sie plädierte dafür, die Bedeutung von Kultur stärker zu verankern.
Ein weiteres Thema war die soziale Rolle von Kulturzentren. Sie böten kreative Alternativen zu sozialen Medien und stärkten Persönlichkeitsentwicklung. Roth verwies auf den von ihr initiierten Kulturpass, der 18-Jährigen ein Budget für kulturelle Angebote bereitstellte – ein Modell, das jungen Menschen den Zugang erleichtern sollte.
Claudia Roth suchte durchweg das direkte Gespräch mit den Jugendlichen. Engagiert und offen diskutierte sie mit ihnen über Perspektiven und individuelle Wege. Im „Space“ wurde an diesem Abend deutlich: Kultur ist mehr als Unterhaltung – sie ist Begegnung, Ausdruck und ein Fundament demokratischen Zusammenlebens.
Bericht und Fotos: Brigitte Janoschka
2792: Claudia Roth im Gespräch mit dem Geschäftsführer von Doyobe, Onur Bakis.
2798: Die Tanzgruppe mit Hip Hop
2853: Onur Bakis interviewt Rosa Wallinger
2859: Tanzkurs für Claudia Roth
2883: Kimberley Mukono (vorne links) und Rosa Wallinger, dahinter Claudia Roth und Onur Bakis
2887: Dr. Bartl Wimmer, Onur Bakis, Claudia Roth, Simon Tradler, Kaspar Müller
- Sänger Alex Novak
2904: Claudia Roth spricht mit Sänger Alex Novak un.d Onur Bakis
2913: Blumen für Claudia Roth
2916: Claudia Roth freut sich über ihre Blumen von den jungen Menschen.













