50 Jahre werden es am kommenden Wochenende 25./26. August, dass in der damals noch ohne Bad bezeichneten Gemeinde Endorf ein Luftsportverein Endorf gegründet wurde. Einer der Mitbegründer ist Sepp Heinrichsberger, der „Sepp“ ist sowohl in der Luft als auch auf dem Boden bekannt: schließlich ist der heute 92-jährige nicht nur Urgestein, sondern auch fast unersetzbar, was für den täglichen Betriebsablauf notwendig ist.

Bei einem Besuch wenige Tage vor dem Endorfer Fliegerjubiläum freut sich der „Sepp“, wie er in Bad Endorf und in Fliegerkreisen allgemein bekannt ist, dass sich die rund 60 passiven Mitglieder und die rund 35 aktiven Mitglieder für ein Jubiläumsfest entschieden haben. Am Samstag ist die Fliegergemeinschaft ab 15 Uhr da und am Sonntag ab 9 Uhr, für Verpflegung und Getränke wird natürlich auch gesorgt sein. Doch viel interessanter und wichtiger als das Kulinarische wird wohl das „Narrische“ sein. Und das ist ein Chiemgauer Flugplatz in Bad Endorf, der manche Erinnerungen an den ehemaligen Priener Flugplatz (u.a. Film „Quax, der Bruchpilot“ mit Heinz Rühmann) wach werden lässt. Sepp Heinrichsberger ist nicht nur ein Grund zum Rückblick, sondern in erster Linie ein guter Grund, den Bad Endorfer Flugplatz kennenzulernen. Vier Bauern haben für diesen Flugplatz die ebenen Wiesen für eine Verpachtung an die Haltergemeinschaft Flugplatz Bad Endorf GBR zur Verfügung gestellt. Sepp Heinrichsberger ist nun in deren Sinne und im Sinne des Luftsportvereins an allen Tagen des „Sichtfluges“ vor Ort. Zu seinen Aufgaben gehört in erster Linie die Koordination von Starts und Landungen. Bei unserem Besuchstag landete und startete unter anderem auch Maik Schwanbeck aus Lübeck, er kommt schon seit drei Jahren mit seiner zweisitzigen Breezer in den Chiemgau und er sagt beim Tanken von Super Plus: „Die Flugzeit von Lübeck beträgt vier Stunden, daheim fliege ich in der Regel nord- und ostfriesische Inseln an, hier erfreue mich an familiären Ausflügen rund um den Chiemsee und zu Freunden nach Kempten“. Sepp Heinrichsberger betreut diese Gäste mit eigenen Flugzeugen ebenso wie die aktiven Vereinsmitglieder. Heinrichsberger war nicht nur Mitbegründer des Luftsportvereins, sondern auch 54 Jahre Pilot. Als 89-Jähriger musste er aufhören zum Fliegen, weil er nicht mehr 100-Prozentig sehen konnte. Seine Augen blitzen förmlich, wenn der Sepp erzählt, dass er unter anderem mit zweifachem Zwischenhalt bis nach Marseille flog. Damit der einheimischen Bevölkerung das Fliegen ab Bad Endorf nicht zu wesensfremd ist, gibt es auch heuer ein Ferienprogramm für Kinder aus Bad Endorf und den Nachbargemeinden. Ingrid Hoppmann ist eine jener Pilotinnen, die es mit Leidenschaft und Erfahrung versteht, diesen Betriebsablauf zu koordinieren. Bei ihr kann man sich zum Beispiel für Rundflüge anmelden. Ansonsten hat der Flugplatz die Nummer 08053-209496 zum Erkundigen und Mit-Fliegen. Im Übrigen sind die Flugplatz-Gebühren (für eigenen Flugzeuge) harmlos, Startgebühren gibt es eh nicht, bei den Landegebühren zahlen Mitglieder acht und Nicht-Mitglieder vier Euro für ein echt spannendes Vergnügen.

Foto/s: Hötzelsperger – Eindrücke vom Flugplatz Bad Endorf mit Sepp Heinrichsberger – u.a. mit Pilotin Ingrid Hoppmann im Büro und mit Fluggast Maik Schwanbeck aus Lübeck an dessen Flugzeug

Weitere Informationen: www.luftsport-endorf.de

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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