Leitartikel

50 Jahre Caritas Altenheim St. Josef in Prien

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Eine dankbare Bilanz wurde bei den Feierlichkeiten anlässlich 50 Jahre Caritas-Altenheim St. Josef in Prien-Trautersdorf gezogen. Aber es war nur eine Zwischenbilanz, denn die  Geschäftsführerin für Caritas-Altenheime in Bayern Doris Schneider  und die Priener Heimleiterin Theresia Meisl gaben beim Festakt bekannt, dass der Standort Prien baulich den heutigen Bedürfnissen angepasst werden soll. Dritter Bürgermeister Alfred Schelhas von der Marktgemeinde Prien sagte wohlwollende Unterstützung für das Bauvorhaben zu.

Der Schwerpunkt der Jubiläumsfeierlichkeiten im eigens im Garten aufgestellten Festzelt war dreigeteilt. Er begann mit einem Dank-Gottesdienst, es folgte ein Festakt und diesem schlossen sich gesellige Unterhaltungsstunden an. „Nah am Nächsten“, dieses Caritas-Motto nahm Pfarrer Klaus Hofstetter in seiner Predig zum Anlass, um daran zu erinnern, dass  im Mittelpunkt allen Handelns im Haus St. Josef der Mensch ist, dazu sagte er: „Jesus ist hier in jedem Zimmer und Büro zugegen, allen Bediensteten gebührt für ihren Dienst hohe Anerkennung gerade wegen schwieriger Rahmenbedingungen“. Den Gottesdienst gestalteten volksmusikalisch die Riemer Hausmusik und mit dem Keyboard Kirchenmusiker Bartholomäus Prankl. Den Festakt eröffnete Heimleiterin Theresia Meisl mit der Begrüßung vieler Ehrengäste, unter ihnen waren die Ehrenbürgerin Renate Hof, Ehrenbürger Michael Anner, Pfarrer i. R. Josef Dengl als Hausgeistlicher, Schwester Juliane als Altenheim-Seelsorgerin, Schwester Mary als Oberin der Indischen Schwestern (sie war vor 33 Jahren eine der ersten Indischen Schwestern im Priener Altenheim) und auch die eigens angereiste Indische Schwester Theresia, die im Vorjahr in den Ruhestand gegangen ist. Ein besonderer Willkommensgruß galt der 95jährigen Heimbeirats-Vorsitzenden Elisabeth Roitner (sie erfreute mit dem Gedicht „Es ist alles nur geliehen“), Fritz und Regina Seipel und Johanna Hellwasser, die vor Frau Meisl mit der Heimleitung betraut waren sowie den Vertretern der Hospiz-Gruppe Prien, mit der eine vertrauensvolle Zusammenarbeit besteht. Weitere Dankesworte galten dem Mitarbeiter-Vertretungs-Vorsitzenden Chris Riemann von der Caritas München, der guten Nachbarschaft, dem seit Oktober 2018 tagenden Festausschuss und natürlich den fleißigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

„Nicht Gebäude und Steine, sondern Menschen werden gefeiert“

Doris Schneider, Altenheim-Geschäftsführerin der Caritas begann ihr Grußwort wie folgt: „50 Jahre, das ist wahrlich ein Grund zum Feiern. Dabei geht es nicht darum, das Gebäude, die Steine, die Technik oder das Dach zu beglückwünschen, sondern zurückzuschauen auf 50 Jahre liebevolle, fachlich fundierte Pflege, Versorgung und Begleitung von unseren Bewohnerinnen und Bewohnern“. Weiters sagte sie: „Altenheime haben in der gesellschaftlichen Diskussion kein gutes Image, noch gibt es keine wirklichen Antworten auf die demographischen Herausforderungen. Umso mehr ziehe ich den Hut vor den Einrichtungen, die sieben Tage in der Woche und 24 Stunden am Tag für alte und kranke Menschen da sind“. In ihrer Rede beschwörte sie den guten Gemeinschaftsgeist, den Haupt- und Ehrenamtliche leisten und die eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Angehörigen, Seelsorgern, Ärzten, Krankenhäusern, Vereinen, politischer Gemeinde, den Pfarreien und den Behörden gewährleisten. Ein besonderes Lob hatte Frau Schneider für die Indischen Ordensschwestern parat, die seit über drei Jahrzehnten als Fachkräfte die Pflege in Prien-Trautersdorf unterstützen. Um in Prien für die Zukunft gewappnet  zu sein, soll – so Frau Schneider – das Haus in Prien trotz der tollen Arbeit, die hier geleistet wird, den konzeptionellen und gesetzlichen Anforderungen von heute angepasst werden. Seit kurzem ist eine Ausschreibung im Gange, derzufolge Architekten gesucht werden, um am Priener Standort bei laufendem Betrieb eine Neuplanung durchzuführen. „Eine spannende Aufgabe und Herausforderung zumal bei den derzeit davongaloppierenden Baukosten, sobald wir mehr spruchreife Informationen haben, werden wir uns wieder melden“ – so die Caritas-Geschäftsführerin.

„Da es sich in diesem Haus vorwiegend um  Bewohnerinnen und Bewohner aus Prien handelt, wird die Marktgemeinde Prien sicherlich mit einem Bau-Zuschuss unterstützen“, so in seinem Grußwort Dritter Bürgermeister Alfred Schelhas. Er verlas dabei die persönliche Botschaft von Erstem Bürgermeister Jürgen Seifert, der seinen Gruß und Dank an die 95 Bewohner und 85 Mitarbeiter richtete, die sich in fünf Gruppen im Altenheim St. Josef recht wohl fühlen. „Dankbarkeit verwandelt die Qual der Erinnerung in stille Freude. Damit trägt man das vergangene Schöne nicht wie einen Stachel, sondern wie ein kostbares Geschenk in sich“ – mit diesem Zitat des Theologen Dietrich Bonhoeffer und mit dem Hildegard-von-Bingen-Motto „In der Musik hat Gott den Menschen die Erinnerung an das verlorene Paradies hinterlassen“ bedankte sich Schelhas bei den vielen Ehrenamtlichen, insbesondere beim Singkreis und bei den Gottesdienst-Begleitern. Fast vergessen hätte der stellvertretende Bürgermeister einen Scheck in Höhe von 500 Euro zu übergeben, dieser kam aber noch richtig passend an, denn die Spende kommt dem Klinik-Clown-Projekt mit Pauline und Hugo für demenziell Erkrankte zugute – ein Projekt, das nur durch Spenden finanziert wird.

Das weitere Festprogramm waren ein gemeinsames Mittagessen, Musik der Alpen Groove Big Band, Kaffee und Kuchen, die Klinik-Clowns, Hausführungen sowie Auftritte von den jungen Dirndl und Buam des Priener Trachtenvereins.

Fotos: Hötzelsperger – Eindrücke von den Feierlichkeiten 50 Jahre Caritas-Altenheim in Prien.

  1. Von links: Schwester-Oberin Mary von den Indischen Schwestern, Altenheim-Seelsorgerin Schwester Juliane, Dritter Bürgermeister Alfred Schelhas, Heimleiterin Theresia Meisl, Pfarrer Klaus Hofstetter, Caritas-Altenheim-Geschäftsführerin Doris Schneider und Heimbeirats-Vorsitzende Elisabeth Roitner.
  2. Die Gruppe der Indischen Ordensschwestern, die im Altenheim St. Josef ihren Dienst leisten
  3. Die Altenheim-Verantwortlichen von links: Maria Voitenleitner (Leitung Hauswirtschaft), Doris Schneider (Geschäftsführerin Caritas für Altenheime in der Erzdiözese München-Freising), Heimleiterin Theresia Meisl, Peter Riedl (Pflegedienstleiter) und Christine Lederer (Leitung Soziale Begleitung).
  4. Die Riemer Hausmusik

Nähere Informationen: www.caritas-altenheim-prien.de

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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