Kirche

40stündiges Gebet: „Brief an die heiligen Priener“

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

In Anlehnung an die Briefe des Heiligen Paulus an die Korinther „zitierte“ der heurige Prediger des 40stündigen Gebets in der Pfarrei „Maria Himmelfahrt“, Prof. Dr. Winfried Haunerland aus dem „Brief an die Heiligen in Prien“. Drei Tage lang war der Professor für Liturgiewissenschaft an der Katholisch-Theologischen Fakultät des Ludwig-Maxmilians-Universität München und Direktor des Herzoglichen Georgianums in Prien zur fünfteiligen Predigtreihe mit dem Titel „Seid heilig, denn ich, der Herr, euer Gott, bin heilig“.

„Wir alle, die zur Kirche gehören sind gut, weil Gott es mit uns gut meint. Ja, wir sind Teil seiner Heiligkeit aufgrund seiner Gnade gehören wir zu Gott“ – mit diesen Worten begann der Geistliche die Predigt zur Sonntags-Messfeier und er führte fort: „Die Gnade gilt es nicht aufzubewahren, sondern es gilt, sie in uns wachsen zu lassen, damit sie fruchtbar werde“. Mit dem Satz „Wir müssen keine Spitzensportler des Christseins werden“ wies Prof. Haunerland darauf hin, dass es für Jeden möglich ist, auf die ihm geschenkte Gnade zu antworten und er ergänzte dies mit den Worten: „Wir alle sind berufen, heilig zu sein und heilig zu leben unabhängig von den verschiedenen Biographien und Lebensumständen. Heiligkeit muss sich im Alltag bewähren!“. Weiters sagte er: „Perfekt sein, geht wohl kaum, alles richtig machen, wer kann das schon?, Jedem gerecht werden, das überfordert uns – deswegen lasst uns ein Lebensprogramm geben, das uns täglich auf Jesus hören lässt“. Als Beispiele nannte er hierfür, Trauernde zu trösten, Kranke zu besuchen sowie Unrecht und Leid zu ertragen. Schließlich – so der Prediger weiter – kann auf diese Weise durch den Beitrag von jedem Einzelnen die Welt friedlicher und fröhlicher werden. Mit Worten von Papst Franziskus ermutigte er, sich auf dieses Leben mit Jesus einzulassen, das Leben nicht verkümmern zu lassen, denn das Leben wird somit voller und Gebende bekommen mehr zurück als sie gegeben haben.

Beim anschließenden Frühschoppen im Pfarrheim auf Einladung des Seelsorgeteams, des Pfarrgemeinderates und der Kirchenverwaltung sowie mit Bewirtung durch die Kolpingfamilie stellte sich Prof. Haunerland den Fragen der Priener Christen. Das selten gewordene 40stündige Gebet, das er in seiner Jugend im Rheinland und in Westfalen während der Karnevalstage erstmals kennenlernte (auch in Prien war das Gebet viele Jahre während der Faschingszeit) ist nach seiner Meinung eine sehr gute Sache. „Drei Tage mit einer Predigtreihe setzen zu Beginn der Fastenzeit einen Akzent und sie geben Anstoß, für das persönliche Leben nachzudenken“ – so der Priester des Bistums Essen, der die Priener Pfarrkirche nicht nur wegen ihrer farbigen und starken Ausgestaltung, sondern auch wegen der guten Akustik lobte indem er sagte: „Der volle Klang im Kircheninnern und die hohe Qualität von Chor und Kirchenmusik machten und machen die Gottesdienste und Feierlichkeiten in Prien zu einem Erlebnis, all das, was ich hörte, war erbaulich“. Der Kontakt zu Prof. Dr. Winfried Haunerland nach Prien kam zustande durch das Studium von Judith Seipel (Pastoralreferentin in Feldkirchen) an der LMU München zustande, Vater Fritz Seipel war zusammen mit Pfarrer Klaus Hofstetter sowie Nico Koschorz und Thomas Ganter aus den Reihen des Pfarrgemeinderates und der Kirchenverwaltung im Team des Vorbereitungsteams und er freute sich, mit Prof. Haunerland eine hochgeschätzte Kapazität für drei Tage nach Prien gewonnen zu haben. Wenngleich an den Wochentags-Gebeten und Rahmenveranstaltungen der Besuch etwas etwas besser hätte sein können, so waren an den Abenden und am Sonntag viele Gläubige nicht nur aus Prien, sondern auch aus dem gesamten Pfarrverband Westliches Chiemseeufer zugegen. Deswegen – so Fritz Seipel – soll auch zukünftig an der Tradition des 40stündigen Gebetes in Prien festgehalten werden.

Fotos: Hötzelsperger undThomas Ganter  – Eindrücke  vom 40stündigen Gebet in Prien mit Prediger Prof. Dr. Winfried Haunerland, unter anderem vom Dialog beim sonntäglichen Frühschoppen.

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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