Das Frühjahr kommt unausweichlich und damit auch der Volksmusikhoagascht in der Frasdorfer Lamstoahalle. Zum 36. Frasdorfer Sänger- und Musikantenhoagascht trafen sich Sänger, Musikanten und ihr Publikum in der vollbesetzten Frasdorfer Lamstoahalle und luden alle miteinander zu einem Spaziergang in den nahen Frühling und die erwachende Natur ein; bereitwillig folgten die Zuhörer der Einladung und nahmen schon einmal drei Stunden Vorschuss auf das kommende Frühjahr, auf Palmkätzchen und Schneeglöckchen. Gemütlicher und stader kann ein Hoagascht mit der Musik und dem Gesang ausgewählter Gruppen auch in einer kleinen Bauernstube nicht sein. Es stimmte – wie in den letzten dreieinhalb Jahrzehnten – wieder einmal alles im Mekka der Chiemgauer Volksmusik beim Frasdorfer Sänger- und Musikantenhoagascht: die ausgesuchten Musikanten und Gesangsgruppen, die souverän-humorvolle Führung von Regina Schlemer durch den Abend und dazu die fachkundigen Zuhörer, die sich ganz einfach vom Geschehen auf der Bühne verzaubern ließen und den Darbietungen nur still lauschten.

Wie jedes Jahr hatte der musikalische Leiter Norbert Hierl auch beim 36. Hoagascht wieder eine glückliche Hand bei der Programmgestaltung und der Auswahl der Mitwirkenden, deren Spiel- und Sangesfreude die Zuhörer vom Anfang bis zum Schluss in ihren Bann zog. Für die staden Töne auf der Bühne sorgte das Duo Norbert Hierl und Gabi Dicker, sei es instrumental mit der Ziach und der Okarina oder als Gesangsduo. Dazu sangen der Dreiwinklgsang und die Inntaler Sänger; instrumental bestimmten die Wiesbacher Musikanten und die Kerschbam Zithermusi das Geschehen auf der Bühne. Alle Sänger und Musikanten hatten in der Lamstoahalle eh ein Heimspiel, wie all die 35 Jahre vorher.

Regina Schlemer aus dem benachbarten Aschau führte – als zweite Frau in 36 Jahren Hoagascht – sachkundig durch den Abend und das Programm; sie überließ die Bühne weitestgehend den Sängern und Musikanten. In einer originellen, sympathischen Art, die gänzlich auf derbe Sprüche verzichtet, deklamierte Regina Schlemer altbairische Verserl, Anekdoten und amüsante Geschichten aus dem Alltag.

Der Sänger- und Musikantenhoagascht in der Frasdorfer Lamstoahalle, jeweils am ersten Samstag in der Fastenzeit, ist seit mittlerweile 36 Jahren für alle Freunde der Volksmusik in der Region eine Pflichtveranstaltung. Der vollbesetzte Saal und die vielen verschiedenen Hüte und Trachten zeigten, dass weitum im Land ein Bedürfnis bei den Leuten besteht, solche unverfälschte Volksmusikabende mit erlesenen Gruppen zu besuchen.

Am Samstag, 14. März treffen sich die Freunde der Blasmusik zum Starkbierfest der Musikkapelle Wildenwart, am Freitag, 2. Mai ist ein Volksmusikhoagascht beim Trachtenverein Niederaschau im Chalet Saal. Es wirken mit die Wabach Musi, die Schmid Dirndl, der Schmid Zwoagsang, das Trio Hierl-Dicker-Wörndl, das Laubensteiner Flügelhornduo und das Harfenduo Vordermaier – Thaurer. Durch das Programm führt Sigi Götze.

Bericht und Fotos: Heinrich Rehberg

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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