Natur & Umwelt

30 Jahre Naturschutzgebeit Geigelstein – Jubiläumsmesse

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Der Geigelstein als Sinnbild für Solidarität und Gemeinsamkeit- Jubiläumsmesse – Diakon Heiner Vogel bekundete in seiner Predigt „Ja, es ist ein kleines Wunder, dass wir heute hier sind und einen Grund zum Feiern haben“.

Viele Organisatoren und helfende Hände hat es gebraucht, um eine Bergmesse auf dem Geigelstein zu arrangieren. Die beiden Bergsteigerdörfer Sachrang und Schleching waren zusammen mit dem DAV, Sektion Prien  (vertreten durch  Birgit Lieser),  die Ausrichter. Die Geistlichkeit wurde vertreten mit dem katholischen Pfarrer Paul Janßen, dem evangelischen Pfarrer Dietrich Klein und dem Diakon Heiner Vogel. Dabei waren aus Aschau Bürgermeister Simon Frank und der Leiter der Tourist-Info Herbert Reiter und aus Schleching die zweite Bürgermeisterin Elfie Bachmann. Das Wunder, das Heiner Vogel meinte, lag seiner Meinung aber schon 60 Jahre zurück, nämlich die Idee diese wunderschöne Gebirgslandschaft am Geigelstein zu schützen und zu erhalten, was dann vor genau 30 Jahren mit der Ausweisung  „Naturschutzgebiet Geigelstein“  besiegelt wurde.

Gut besuchte Bergmesse von Mensch und Tier  –  Um bei der Jubiläums-Bergmesse dabei zu sein, haben sich viele Wanderer und Biker  schon früh morgens auf den Weg zur Priener Hütte  gemacht. Ringsherum nahmen sie Platz auf den Bänken und Felsen, um der Andacht zu lauschen und die wunderbare Aussicht  und Natur ringsherum zu genießen. „Der Natur ihren Raum geben, der ihr zusteht, den sie braucht, um zu überleben und sich zu entfalten“ forderte der Diakon und empfahl „einen Teil des persönlichen Alltags unten im Tal zu lassen und jetzt trotz der Anstrengung des Berggehens die Leichtigkeit zu spüren“. Er berichtete von einem Bergausflug mit Freunden nach einer anstrengenden Prüfungswoche, bei dem  nach anstrengendem Aufstieg bei Ankunft auf dem Gipfel die angestrebte Hütte ausgerechnet an dem Tag verschlossen war. Nach der Enttäuschung  der ausgefallenen Brotzeit dort und knurrenden Mägen, wurde  von allen in den Rücksäcken und in der Natur  gesucht, womit der Hunger gestillt werden konnte. Es kam doch einiges zusammen, so dass es reichte und ein wunderbares Gemeinschaftserlebnis  schaffte. „Es war die schönste Brotzeit, die wir seit langem zusammen hatten. Durch das Miteinander haben wir mit wenig,  viel gewonnen und sind durch die Erfahrung reich beschenkt worden“. Über das Evangelium und die „wundersame Brotvermehrung“  mit der Intention auf Vertrauen und Solidarität fand Heiner Vogel den Bogen zum Naturschutzgebiet Geigelstein und der Aussage, dass das nur möglich geworden ist, weil Menschen daran geglaubt  und sich auf dem Weg zur Verwirklichung unermüdlich dafür eingesetzt haben und so sah der Diakon im Geigelstein „ein Sinnbild für Gemeinsamkeit“.

Das Naturschutzgebiet Geigelstein als Verbindung von Natur und Kultur   –   Auch Pfarrer Paul Janßen sah die Verbindung von Natur und Kultur. Einen  Lebensraum für Mensch und Tier, für den dem Schöpfer Dank und Lobpreis gehört. Der Altar war mitten auf der Wiese unterhalb der Priener Hütte aufgebaut und wie zur Bekräftigung der Aussage, kamen die frei herumlaufenden Kälber immer näher und gesellten sich zu den Kirchenvertretern hinter den Altar und gaben mit ihren Glocken eine schöne Untermalung. Auch der Bürgermeister von Aschau und Sachrang, Simon Frank fand es bärig, in diesem schönen Rahmen zu einer Bergmesse zusammenzukommen und sah es als größte Herausforderung, diese Schöpfung zu bewahren, wozu jeder seinen Beitrag leisten kann und wünschte sich Kraft und Segen beim Berg und auch ein bisschen mehr Hoffnung.  Schlechings zweite Bürgermeisterin, Elfie Bachmann, sagte ebenfalls „vergelts Gott“ der Geistlichkeit,  dankte allen Mitwirkenden und hielt es mit Richard von Weizsäcker, der gesagt hat „der Mensch braucht die Natur, die Natur den Menschen nicht“  und sie war der Meinung, dass wir die Natur für unsere Nachwelt bewahren müssen.

Musikalisch begleitet wurde die Bergmesse stimmungsvoll von der Bläsergruppe der Aschauer Musikkapelle und den Schlechinger Alphornbläsern, die ihre Töne unter dem Gipfel des Geigelsteins und der Kulisse des Kaisergebirges in den weißblauen Himmel schickten. Der ehrenamtliche Einsatz der Bergwacht Aschau/Sachrang löste die  Transportprobleme. Nach der Bergmesse fanden sich die Besucher vor der Priener Hütte zu gemütlichem Beisammensein mit Speis und Trank und angeregten Gesprächen zusammen.

Bericht und Fotos:  Sybilla Wunderlich

Bild 3818 der Altar in der Wiese,  dahinter das Kaisergebirge  – Von links Diakon Heiner Vogel, ev. Pfarrer Dietrich Klein, kath. Pfarrer Paul Janßen

Bild 3821 v.l. 2. BM  Elfie Bachmann, Heiner Vogel, Dietrich Klein, Paul Janßen, BM Simon Frank

Bild 3835 mit den Kälbern im Rücken v.l. Heiner Vogel, Dietrich Klein, Paul Janßen

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Samerberger Nachrichten

Beiträge und Fotos sind urheberrechtlich geschützt!