Brauchtum

30 Jahre Goaßlschnalzen in Rossholzen – Rückblick

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Vor dreißig Jahren hat es erstmals in Roßholzen auf dem Samerberg mit Goaßln in einer Gruppe und mit musikalischer Begleitung so richtig angenehm und harmonisch gekracht. Die allererste Goaßlschnalzergruppe in Bayern entstand vor 55 Jahren als Priener Männer einem Aufruf des Landwirtschaftlichen Wochenblattes folgten. Dabei wurden im Einzelwettbewerb die besten Schnalzer für das bevorstehende Zentrallandwirtschaftsfest in München gesucht. Die Priener Bauern und Rosserer traten dabei in einer Gruppe auf und sie lösten bei ihrem Auftritt beim ZLF im großen Ring auf der Theresienwiese wahre Begeisterungsstürme aus, was zu vielen Nachmachungen bis hin zu seit 1972 organisierten Bayerischen Meisterschaften im Gruppenschnalzen führte.

Eine der Gruppen, die den Priener folgten, waren die „Baschtler“ vom Trachtenverein „Almenrausch“ Rossholzen. Im August 1986 begann der Aufbau der ersten Schnalzergruppe, die große Premiere war denn beim 90jährigen Gründungsfest im Juli 1988. Aktive Gründungsmitglieder waren Engelbert und Peter Mayer aus Schilding, Simon Mayer  aus Brunn, Martin und Michael Maurer aus Brunn, Peter Maurer aus Anker, Simon Deindl aus Hundham, Hans und Martin Schober aus Sattelberg (Martin Schober ist heute Vorstand des Trachtenvereins), Michael Huber aus Eßbaum sowie als Musiker die Ziachspieler Wolfgang Stuffer und Sabine Furtner mit Baritonspieler Paul Niedermeier. Die ersten Auftritte waren bei Dorffesten, bei Ärztekongressen und bei Almfesten auf der Wagneralm. Die derzeit aktive Gruppe mit 13 Schnalzern, mit den Musikanten Hans Weiß, Maxi Binder und Gidi Moser sowie mit den Schnalzer-Vorständen Michael Schober und Josef Stuffer proben wöchentlich auf der Dandlbergalm. Viele Auftritte am Samerberg (Dorffeste in Rossholzen, Schnalzerfest beim Bergfeuertanz auf der Dandlbergalm, beim Almkirta auf der Feichteckalm und beim Leonhardiritt) wechseln sich mit Engagements ausserhalb der Gemeinde ab, zuletzt unter anderem im Hofbräuhaus München und beim Keferloher Montag. Martin Maurer ist derzeit dabei, sechs Jungschnalzer auszubilden, dabei werden zuerst die Grundtechniken erlernt, nach und nach werden die jungen Schnalzer in die Aktivengruppe integriert. Alle drei Schnalzergruppen – die Gründer, die Aktiven und die Jungen- traten beim heurigen Schnalzertreffen zum Ende des 120jährigen Bestehens des Trachtenvereins Rossholzen im Festzelt auf. Dabei ernteten sie allesamt Applaus und Respekt.

Übrigens: Priener Goaßlschnalzer waren es, die das Goaßlschnalzen in der Gruppe erfunden haben. Und Priener Schnalzer werden auch zu hören und zu sehen sein, wenn am Sonntag, 16. September beim Moar z ´Bruck in Prien das Jubiläum „100 Jahre Pferdezuchtgenossenschaft Prien und Umgebung“ mit einem großen Pferdetag gefeiert wird.

Foto/s: Rainer Nitzsche – Drei Schnalzergruppen präsentierte der Trachtenverein Rossholzen an seinem 120. Vereins-Geburtstag – einer von ihnen ist Gründungsmitglied und 1. Vorstand vom GTEV Rossholzen, Martin Schober

Weitere Informationen: www.trachtenverein-rossholzen.de

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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