Brauchtum

Altenbeurer Trachtler versammelten sich

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Nach zweijähriger coronabedingter Unterbrechung fand in Ellmaiers Hof in Altenbeuern  nun die 117. Generalversammlung des Trachtenverein Immergrün Altenbeuern statt. Auch wenn größere Versanstaltungen nicht sein konnten, so Vorstand Peter Bichler, das Vereinsleben lag nicht brach. In beschränker Form konnten die beiden Jahrtage abgehalten werden, wobei die behördlichen Vorgaben hier doch manches Problem stellten. Zu 24 Todesfällen beleitete die Fahnenabordnung des Vereins ehemalige Mitglieder, viele davon in verantwortlicher Eigenschaft tätig. So auch Ehrenvorstand Rupert Hamberger und weitere Ehrenmitglieder, denen im langen Rückblick von Schriftführer Gerhard Hefter ehrend gedacht wurde.

In begrenzter Form konnten Übungsabende der Plattler abgehalten werden, mit logistischem Aufwand und unter Einbeziehung der Eltern. Das Tagesgeschäft des Vereins, Kassen-und Protokollberichte liefen weiter. Im Vereinsheim konnte unter Mithilfe und Spende von Kai Weber der Fußboden für die Proben  erneuert werden. Michael Brunner nahm Ausbesserungen im Außenbereich vor. Am Bürgl wurden unter Mithilfe des Vorstands mit einem Schwerkran Sicherungsarbeiten am Baumbestand vorgenommen. Wichtig ist dies für das im Terminplan vorgesehene Waldfest  im Juli des laufenden Jahres. Am Ehrenmal des Verein an der Kirche in Altenbeuern konnte durch Michael Pertl das Kreuz und der Christuscorpus erneuert werden. Die Pflege der Anlage liegt in den Händen der Familie Heibler aus Holzham. Viele dieser Arbeiten, wie auch das Girlandenbinden zu bestimmten Anläßen, Ausbesserungen oder Säuberungsarbeiten werden eigenständig durchgeführt. „Des is` unsere Gemeinschaft, auf de `ma `stolz sein kennen“, so der Vorstand bei seinen dankenden Worten an die knapp 70 Vereinsmitglieder, davon viele Jugendliche. Zwei neue Mitglieder konnten während der Versammlung in den Verein aufgenommen werden nachdem das Eintrittsalter von 17 Jahren erreicht war. Auch wenn man vorher in der Kinder-und Jugendgruppe schon aktiv war, ist dieses Alter für die Mitgliedschaft bindend, so Bichler. Durch die große Anzahl der Trauerfälle  sowie 16 Neueintritte 2019-2021, ergibt sich ein Mitgliederstand von 561 Trachtlern. Zwei Jahre keine Einnahmen, aber laufende Ausgaben für Strom ,Wasser, Versicherungen,Vereinsheim, Bürgl usw., schmälerten den Kassenbestand um knapp 10 000.-€, das wußte Kassier Andreas Leitner zu berichten.  „Wir sind aber gut gestellt“, so der Finzanzverwalter.

Der Wirt von Altenbeuern war über Jahrzehnte das Vereinslokal des Trachtenvereins unter der Führung der Familie Vornberger. Unter den neuen Besitzverhältnissen soll dies auch so bleiben, stellte Vorstand Bichler fest. Eine achtköpfige  Trägerschaft  mit Pächter Andy Ellmaier zeigen sich jetzt verantwortlich. Wir wollen  und brauchen den Wirt, stellte  Vorstand Bichler den Beschluß des Vereinsausschuß der Mitgliederschaft vor, das Unternehmen mit einem Darlehen von 50 000.-€  zu unterstützen. Die finanztechnischen- und rechtlichen Grundlagen wurden mit den Fachvertretern geklärt. Der Vertrag läuft auf 10 Jahre mit dem Anrecht auf Durchführung von Veranstaltungen usw.  Ein Zugriffsrecht bei Bedarf wurde ebenfalls festgelegt. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Patenverein Edelweiß Neubeuern mit den neuen Besitzern einen gleichlautenden Vertrag abgeschlossen. Die Pandemie verhinderte einen zeitnahe Endscheidung des Vereins, die nun nach Erklärung von Vorstand Peter Bichler von der Versammmlung einstimmig angenommen wurde. Drei Enthaltungen bezogen sich auf bestehende Besitzverhältnisse. Marinus Paul führt die rund 50 aktiven an, die nun wieder mit den Proben beginnen. Im Jahrslauf konnte unter Einschränkungen ein Kirtahutschen abgehalten werden. Mit mehr als 200 Besucher konnte der weitbekannte Ostertanz in Altenbeuern statt finden. Ausgelassenheit und fröhliche Stimmung bestimmten den Abend, so Paul, der von Thomas Bichler, Magdalena Fritz und Veronika Sieber unterstützt wird. Die Jugendgruppe wird von Vincenz Bichler  geleitet, der locker und frei von den Aktivitäten berichtete, unterstützt von Katharina Fritz und Katharina Sieber. Der gelunge Maibaumdiebstahl -man konnte den Flintsbacher Baum  vor zwei Jahren entwenden – wurde, nach dem ein Aufstellen nicht möglich war, in einer Aktion zurück gegeben. Nach Lockerungen der Vorgaben fand nun die Übergabe in kameradschaftlicher Verbundenheit statt. Vorstand Peter Bichler, sein Stellvertreter Georg Gar, Kassier Andreas Leitner, Schriftführer Gerhard Hefter wurden bei der von Ehrenvorstand Hans Schmid geleiteten Neuwahl eindrucksvoll wieder gewählt. Den Kassier unterstützt Josef Lenz, den Schriftführer Richard Stadler. Als Fahneträger verantwortlich Andi Pichler und Josef Stuffer jun, mit den Beiständern Martin Bichler und Sebastian Mayer. Nach jahrzehntelanger Mitarbeit schieden aus dem Vereinsausschuß aus, Johann Astner sen und Herbert Paul sowie Regina Fritz. Ihnen galt langer Beifall und Dank.  Trachtenwartin blieb Marion Bichler. Zeugwart ist Peter Poll, Musikwart Valentin Lenz. Frauenwartin ist weiter Waltraud Poll, zukünftig unterstützt von Susanne Stadler. Als Beisitzer fungieren zukünftig Rupert Paul Johann Astner jun, Thomas Bichler und neu  Veronika Spatzier. Der Posten Theaterleitung konnte nicht besetzt werden. Georg Wachinger verwies auf das anstehend Festjahr zum 400 jährigen Bestehen der Schiffleutbruderschaft und Wolfgang Sattlberger  übergab an die Marketenderinnen Schnapsbanzerl, damit diese bei Festanlässen ausreichend versorgt sind. So stelle ich mir intaktes Vereinsleben und Dorfgemeinschaft vor, lobte Bürgermeister Christoph Schneider die ehrenamtliche Arbeit der Verantwortlichen und den Zusammenhalt im Verein: befreit sich wieder treffen können, aktiv werden, etwas unternehmen und wieder Kontakte über die Gemeindegrenzen hinweg  pflegen.

Fotos: 1. v.l. Kassier Andreas Leitner,Schriftführer Gerhard Hefter, stellver.Vorstand Georg Gar jun, Fähnrich Andi Pichler,Vorstnd Peter Bichler  – 2.    Wofgang Sattelberger, ehem.Festleiter Gaufest Neubeuern mit den Marketenderinnen des Patenvereins, mit dem gespendeten Schnapsbanzerl- ein Probetrunk für alle Versammlungsgäste folgte noch im Saal – 3. Weitere Eindrücke und Erinnerungen.

Bericht und Fotos: Thomas Schwitteck

Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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