Land- & Forstwirtschaft

Bauernhof-Besuch bei Stein an der Traun

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Die FW-Bundestagskandidatin Andrea Wittmann besichtigte den Familien-Milchviehbetrieb Obermeier in Höhenberg bei Stein an der Traun, zusammen mit BBV-Kreisobmann Sebastian Siglreithmayer und den FW Stadträten Adi Trenker und Konrad Unterstein – davon dieser Bericht.

Wittmann beeindruckte der offene Stall mit den angenehmen Temperaturen in der gerade sommerlichen Zeit, der den Tieren viel Bewegungsmöglichkeiten bietet. Als konventioneller Betrieb liegt der Milchviehbetrieb besonderen Wert auf nachhaltige Wirtschaftsweise (GVO-frei). Tierwohl stand für den Betrieb immer im Mittelpunkt. Obermeier erklärte, wir sind ein Familienbetrieb, der das Futter für die Tiere auf dem eigenen Betrieb herstellt. Die erzeugten Produkte wie Milch, wird an die Molkerei Bergader in Waging geliefert, die daraus Käse und Trinkmilch herstellt. Ebenso wird Braugerste für die ortsansässige Brauerei in Stein angebaut. Anschließend wurde über die allgemeine Situation der Landwirte diskutiert. Die Gesellschaft fordert mehr Tier-, Arten- und Klimaschutz – die Bauern mehr Wertschätzung und mehr Geld. Z. B. die Dieselkosten sind seit Jahrzehnten gestiegen, der Liter Milch hatte vor 40 Jahren den gleichen Preis wie heute.

Siglreithmayer erwähnte, dass trotz bei dem hohen Grad der Ausbildung der Landwirte, laut Landwirtschaftsamt bei den Buchführungsauswertungen oft nicht einmal der Mindestlohn erreicht werde. Landwirte müssen von der Arbeit leben können. Wenn der Verbraucher höhere Standards will, muss das aber auch bezahlt werden. Eine Situation, die viele Landwirte frustriert. Denn statt Lob und Dankbarkeit erfahren sie Kritik. Die Liste an Forderungen ist lang: Sie sollen mehr fürs Tierwohl tun, Insekten und Klima schützen, uvm. . Die Landwirte sorgen dafür, dass wir immer genügend zu Essen auf dem Teller haben. Doch obwohl das eigentlich jeder weiß, fühlen sich die Landwirte bemüßigt, das immer öfter zu betonen. Denn günstige, gute Nahrungsmittel sind eine Selbstverständlichkeit in Deutschland und die großen Handelsketten bestimmen den Preis. Gerade die regionale Wertschöpfung unserer engagierten Landwirte muss viel mehr Gewicht und Wertschätzung bekommen. Landwirte denken in Generationen und das wird immer schwerer. Viele Verbraucher fordern mittlerweile eine „andere“ Landwirtschaft. Das geht soweit, dass Spaziergänger Landwirte auf dem Feld zur Rede stellen oder beschimpfen, wenn sie mit der Pflanzenschutzspritze oder dem Güllefass unterwegs sind. Landwirt ist nicht gleich Landwirt. Der eine hat 40 Kühe, der andere eine Biogasanlage. Dein eine bewirtschaftet biologisch 30 Hektar Wiesen, der andere konventionell 200 ha Ackerland. Den typischen Landwirt gibt es nicht.

Je nach Betriebsform hat jeder andere Forderungen und Wünsche: Darf man Rinder mit Silage füttern oder nur mit Gras und Heu? Ist die Gülleausbringung umweltschonender mit Schleppschlauch oder mit Breitverteiler? Ist Bio besser als konventionell? Brauchen Rinder Hörner? Auch wurde über die Anbindehaltung mit Weidegang gesprochen.  Wittmann betonte, dass die ganzjährige Haltung von Kühen und Rinder im Anbindestall zunehmend nicht mehr diskutabel sei. Zugleich dürfe aber die Anbindehaltung mit Weidegang nicht in Frage gestellt werden und müsse ein zukunftsfähiges Modell bleiben. Sonst bestehe die Gefahr, dass viele Landwirte auch noch aufgeben. „Das können wir nicht wollen!“ Die Bauern gehören zu unserer Kulturlandschaft! Generell müssen alle nachhaltiger wirtschaften, doch zu viel Arbeit, zu viel Bürokratie, dadurch zu wenig Zeit für die Familie, kommt für die Bauern dazu, bemerkte Obermeier.

Natürlich gab es von der Bäuerin Bier für alle mit der Braugeste vom eigenen Feld gebraut.

Bericht und Fotos: FW/BBV

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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