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15 Jahre Seniorenprogramm in Prien – Besuch im Heimatmuseum

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Seit 15 Jahren gibt es in Prien ein Seniorenprogramm. Aus dem Kind der langjährigen Seniorenbeauftragten und Zweiten Bürgermeisterin Renate Hof ist inzwischen ein starker Jugendlicher geworden, um den sich derzeit eine rührige Schar von zehn Frauen kümmert. Gemeinsam haben Sie für heuer ein Jubiläumsprogramm herausgegeben, das auf 80 Seiten ein schier unglaubliches Angebot für Kultur, Freizeit und Reisen enthält. Die jüngste Aktivität führte in die Räumlichkeiten des Priener Heimatmuseums mit der noch bis kommenden Sonntag, 29. Oktober dauernden Ludwig-Thoma-Sonderausstellung.

Im Mittelpunkt eines informativen und gemütlichen nachmittags stand bei diesem Besuch das Handwerk und ganz besondere Handwerksfähigkeiten von Leuten, die sich selbst zum Teil bereits zu den Senioren zählen und die ihre geschickt erstellten Sachen gerne interessierten Frauen und Männer zeigen. Waltraud Stöberl als eine der organisierenden Frauen freute sich über das rege Interesse an drei lebendigen Handwerksvorstellungen. Barbara Aufenanger zeigte an ihrem Spinnrad, wie richtiges Flachs- und Schafwoll-Spinnen geht. Helga  Stampfl, die sich schon lange für das Fertigen von Wachsstöckeln zugunsten von sozialen Zwecken einsetzt, erläuterte dabei auch Details wie die Monstranz-Bohnen. In der guten Stube präsentiere Josef Henke gleich zwei Besonderheiten. Einmal eine Intarsienarbeit, für die er rund 500 Stunden Zeit aufwand, für die er 20 verschiedene Holzsorten in Originalfarben verwendete und für die er bei einem bundesweiten Wettbewerb vor fünf Jahren den ersten Platz erzielen konnte. Eine zweite Augenweide von Josef Henke waren Walnüsse, in deren Innern ganz feine Schnitzereien von einer ganz besonders ruhigen Bastelhand zeugten.

Wie Waltraud  Stöberl informierte, kommen bis zu viermal in der Woche die Seniorinnen und Senioren von Prien zu den unterschiedlichsten Angeboten zusammen. Rund 40 bis 50 Leute sind jedesmal dabei, sei es bei einer Ausflugsfahrt (zuletzt zu einer Ölmühle in Schnaitsee und zu Gemüseanbau Steiner in Kirchweidach sowie zu einer Theateraufführung im Nationaltheater München) oder bei Fachvorträgen, die insbesondere ältere Leute betreffen. „Die Senioren sind durchwegs intellektuelle Leute, sie wollen raus aus dem Alltag, sie sind nicht gerne alleine und sie kommen dank unserer Programme zu Erlebnissen, die sonst für sie nicht möglich wären“, so Frau Stöberl, die auch stolz darauf hinweist, dass alle organisatorischen Arbeiten und die Betreuung und Begleitung der Veranstaltungen und Fahrten ehrenamtlich erfolgen. Sogar die Erstellung des Jahresprogrammes in einer Auflage von eintausend Stück wird aufgrund engagierter Leute und Firmen bei Gesamtkosten von 1.400 Euro finanziert. „Wir brauchen damit keine öffentlichen Gelder und wir kosten ja auch nichts, denn wir machen ja das Ganze ehrenamtlich“, so das an diesem Tag im Heimatmuseum tätige Frauen-Quartett aus dem Seniorenprogramm-Team. Diesem gehören heuer an die Frauen Johanna Schubert, Renate Schuderer, Eva Munkler, Helga Stampfl, Inge Schwendemann, Helga Fuchs, Inge Striegl, Waltraud Stöberl, Burgl Mouratian, Renate Gladitsch und Wiltrud Deller. Die nächsten Programm-Angebote sind am Donnerstag, 26. Oktober eine Führung im Schloss Neubeuern (Anmeldung vormittags bei Helga Stampfl, Telefon 08051-3988), am Montag, 30. Oktober nachmittags der Besuch der Stippelwerft (Anmeldungen bei Renate Schuderer im Rathaus von 8 Uhr bis 12 Uhr unter 08051-60615), am Dienstag, 7. November um 14.30 Uhr im Pfarrheim Prien ein Vortrag von Stefan Scheck zum Thema „Hospiz“ und am Donnerstag, 9. November der Besuch der Priener Bürgerversammlung im König-Ludwig-Saal um 20 Uhr. Bereits einen Tag später am Freitag, 10. November wird in den Großen Sitzungssaal des Priener Rathauses eingeladen, passend zum ehrenamtlichen Engagement der Seniorenprogramm-Betreuer ist dann ab 14.30 Uhr das Gesprächskreis-Thema „Selbstwert im Ehrenamt – was bin ich mir selbst wert – gehe ich achtsam mit mir um?“. Die Leitung hat dabei Petra Lanzinger als systemisch-therapeutische Gerontoberaterin aus Prien. Noch kein genauer Termin steht für einen Rundflug über den Chiemgau ab Bad Endorf mit der Pilotin Ingrid Hopmann, der Präsidentin des deutschen Pilotinnenverbandes fest. „Sobald das Wetter und der Termin passen, starten wir in die Höhe, immerhin haben sich schon zwölf Frauen und Männer hierfür angemeldet“, so Waltraud Stöberl mit der freudigen Bemerkung, dass die Priener Seniorinnen und Senioren nicht nur lustig, sondern auch mutig sind.

Fotos: Hötzelsperger – Eindrücke vom Handwerker-Senioren-Nachmittag im Priener Heimatmuseum.

Das Frauen-Quartett aus dem Seniorenprogramm-Betreuungs-Team von links: Helga Stampfl, Burgl Mouratian, Waltraud Stöberl und Helga Fuchs

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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