Kirche

Neues Dach für Aschauer Kreuzapelle

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

„Die Bauarbeiten an der Kreuzkapelle gehen ihrem Ende entgegen“, so Werner Weyerer, der Kirchenpfleger von Aschau. Mittlerweile wurde das Langhaus der Kapelle mit einem neuen Kupferdach eingedeckt und die Malerarbeiten im Außenbereich sind auf der Südseite voll im Gange. „Wir liegen trotz Corona gut im Zeitplan“ freut sich Werner Weyerer. „Die Arbeiten konnten alle planmäßig erledigt werden. Nach dem Abschluss aller Arbeiten und – wenn es die Corona-Bestimmungen zulassen – werden wir mit der ganzen Pfarrgemeinde das schmucke kleine Gotteshaus in seiner neuen Pracht gebührend feiern“. Schon in den letzten Jahren wurden Sanierungs- und Erhaltungsmaßnahmen durchgeführt, berichten Pfarrer Paul Janßen und Kirchenpfleger Werner Weyerer, um dieses Kleinod auch für die kommenden Generationen zu erhalten. In den vergangenen Jahren mussten umfangreiche Renovierungsarbeiten durchgeführt werden. Der Außenputz im Sockelbereich wurde abgeschlagen und nach der Neuanlage der Drainage durch die Firma Andreas Dörfl aus Aschau saniert. Die völlig marode Holzschindeldeckung wurde durch ein Kupferdach ersetzt und von der Spenglerei Wimmer aus Obing ausgeführt. Als Abschluss aller Außenarbeiten haben nun die Malerarbeiten begonnen, das ganze Haus wird in ein strahlendes Weiß getaucht und die Fenster werden, wie bei der daneben stehenden Pfarrkirche, ocker umrahmt.

Die Kreuzkapelle steht seit der Mitte des 18. Jahrhunderts auf der Nordseite im Schatten der katholischen Pfarrkirche von Aschau. Die damalige Hofwirtin Maria Anna Schropp (heute Residenz Heinz Winkler) stiftete sie als Ersatz für die alte Friedhofskapelle, die baufällig abgerissen werden musste. Im Inneren der Kapelle erwartet den Besucher nicht nur ein heller, wohlproportionierter Raum, sondern auch eine hochwertige Ausstattung mit dem Kreuzaltar, dem kunstvollen Eisengitter und farbenprächtigen Fresken von Joseph Tiefenbrunner. Rechts am Kirchenportal erinnert eine Steintafel aus dem Jahr 1812 an die zehn Männer aus der Niederaschauer Pfarrei, die zusammen mit Friedrich Graf von Preysing-Hohenaschau am Napoleon-Feldzug nach Russland teilnahmen und nicht heimkehrten. Sie ist das älteste Erinnerungsmal für die napoleonischen Kriege in der Region und stellt „die Gründungsurkunde“ der Aschauer Soldaten- und Kriegerkameradschaft dar. Nach dem Abschluss der Renovierungsarbeiten wird die Kreuzkapelle wieder für alle zugänglich sein. Die Aschauer Pfarrgemeinde hofft, dass sie in ihrem Bestand und ihrer Schönheit wieder für einen längeren Zeitraum gesichert ist. 100000 Euro sind für die Restaurierungsmaßnahmen veranschlagt, die Finanzierung erfolgt über die Pfarrei, die auf Rücklagen, Zuschüsse und Spenden angewiesen ist. „Wir freuen uns über jede Spende, die für der Erhaltung des Rokokojuwels gemacht wird“, so Pfarrer Janßen.

Im Gebiet des Erzbistums von München und Freising stehen zurzeit Sanierungen von über 300 Gebäuden an, dabei sind viele kunsthistorisch wertvolle Kirchen. Zusätzliche Spenden sind willkommen, um die Besonderheit für das Ortsbild, die Pfarrei und Region so dauerhaft wie möglich gestalten zu können. Kontakt: Pfarrbüro Aschau, Telefon 08052-4428.

Bericht und Fotos: Heinrich Rehberg – Das vielfach geflickte Schindeldach der Aschauer Kreuzkapelle wurde durch ein Kupferdach ersetzt.

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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