Leitartikel

100 Jahre Priener Bauerntheater – Premiere am 26.12.

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Seit 100 Jahren gibt es in Prien ein Bauerntheater, das ist natürlich ein guter Grund, in diesen Weihnachts- und Jahreswechsel-Feiertagen etwas Besonderes auf die Bühne zu stellen. Als anspruchsvolles und heiteres Jubiläums-Stück haben sich die Priener Theaterer unter der Leitung von Spielleiter Sepp Furtner das Volksstück in sechs Bildern „Der Geisterbräu“ von Joseph Maria Lutz ausgesucht. Gespielt wird vom 26. Dezember bis 5. Januar im Chiemsee-Saal im Haus des Gastes.

An die wechselvolle, nicht  reibungsfreie, aber insgesamt erfolgreiche Geschichte des Priener Bauerntheaters erinnerte zu Beginn einer Vorstellung für geladene Gäste Vorstand Franz Fritz, der unter anderem sagte: „Die Freude am Spielen und das Übertragen der Freude auf das Publikum sind das Wichtigste. Dabei wollen wir nicht über Andere lachen, sondern in erster Linie die bayerische Theaterkultur und den heimischen Dialekt pflegen“. Zugleich erinnerte er, dass es in den 100 Jahren nicht immer einfach war. „Früher war nicht alles besser, es ist gut, wie es heute ist“, fasste er das Auf und Ab zusammen und informierte, dass das Theater ab 1896 im Bayerischen Hof in Prien ein Zuhause hatte und dass der langjährige Erfolg viele Väter hat indem Franz Fritz sagte: „Was wären wir Theaterspieler ohne die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer vor und hinter der Bühne, so begrüße ich heute unter uns ganz besonders die Ehrenmitglieder Erwin Mrotzek senior, Rainer Winzek und Max Ziegmann. Sie sind ebenso mitverantwortlich, dass wir jetzt das Hundertjährige feiern können wie stellvertretend für viele Weitere die beiden Bühnenmaler Rudi Eichwaldt und Paul Panzer“. Insgesamt sind bei den heurigen „Geisterbräu-Vorstellungen“ 43 Frauen und Männer vor, auf und hinter der Bühne im Einsatz sind nachdem sie sich in insgesamt 70 Probenstunden auf die Öffentlichkeit vorbereitet hatten. Als Dienstälteste vom Theater-Ensemble konnte Fritz unter den Zuschauern Hilde Scheck willkommen heißen, sie gehört dem Priener Bauerntheater seit 71 Jahren an.

Theater-Typen wie von Hugo Kauffmann gemalen

In seinem Grußwort würdigte Bürgermeister Jürgen Seifert von der Marktgemeinde Prien das Priener Bauerntheater, das –wie er sagte- mit seinen stets beschwingten Aufführungen jung hält. „Wenn wir die Theaterspieler so anschauen, dann entdecken wir, dass es so Typen sind wie sie der Maler  Hugo Kauffmann in seinen Porträt-Gemälden im neu eröffneten Kronasthaus festgehalten hat“. Ein weiteres Grußwort sprach Sepp Käser, Vize-Präsident vom Verband der Bayerischen Amateur-Theater, dem 700 Ensembles in Bayern (davon 349 in Oberbayern) mit insgesamt 69.000 Mitgliedern angehören. „Ein Leben ohne Theater ist zwar möglich, aber sinnlos, außerdem ist es ein großartiges Erlebnis, mit Menschen, die gut gelaunt sind, zu arbeiten“, so Käser, der dem Priener Bauerntheater namens des Verbands-Präsidenten Horst Rankl eine Ehrenurkunde überreichte. In den Reihen der vielen Ehrengäste waren unter anderem auch Rosenheims stellvertretende Landrätin Marianne Loferer, Pater Joshy von der Katholischen Pfarrgemeinde sowie Pfarrer Karl-Friedrich Wackerbarth von der Evangelischen Christuskirche.

Mit Blasmusik geht alles besser

Seit 35 Jahren begleiten die Trautersdorfer Blasmusikanten die Aufführungen des Priener Bauerntheaters. Bei der nunmehrigen Jubiläums-Premiere spielten sie als Alt-Neihauser Feuerwehr-Musikanten das Theater-Ensemble in den Saal. Die Theaterer fanden sich dann in der ersten Szene zu einem Trauer-Mahl ein. Dabei fand die Traurigkeit gar wenig Platz und das Theater nahm seinen Lauf. Ob Wirtshausstube, Metzgerladen oder der spukende Dachboden – überall war was los. „Dahoam geistert es alleweil, da herin bloß beim Bräu“ – so das Resümee zwischen den verschiedenen Bildern. Was zum Geistern führte und wie das Geistern funktionierte kann erstmals bei der öffentlichen Premiere am Zweiten Weihnachtsfeiertag, Donnerstag, 26. Dezember ab 19.30 Uhr angesehen werden. Weitere Vorstellungen sind  am Samstag, 28. Dezember, am Freitag, 3. Januar und am Samstag, 4. Januar. Weitere Vorstellungen am nachmittag ab 15 Uhr sind noch am Sonntag, 29. Dezember und am Sonntag, 5. Januar (Familien- und Senioren-Vorstellung mit ermäßigtem Eintrittspreis von 8 Euro). Eintrittskarten gibt es im Ticketbüro der Prien Marketing GmbH im Haus des Gastes, Tel. 08051-965660 sowie eine Stunde vor Spielbeginn an der Tages- bzw. Abendkasse.

Nach dem Gelingen des Stücks freute sich Spielleiter Sepp Furtner ganz besonders, er bedankte sich bei den Akteuren auf der Bühne aber auch bei der Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim-Chiemsee sowie bei den Familien Moritz (Metzgerei) und Löhmann (Bewirtung des Ensembles) sowie beim Priener Trachtenverein für die allseits erfahrene Unterstützung. Vor Beginn und in einer Pause mit Getränke-Bewirtung spielte die Trautersdorfer Musik.

Foto: Hötzelsperger – Eindrücke vom Jubiläums-Stück „Der Geisterbräu“ vom Priener Bauerntheater

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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