Kirche

100 Jahre Auslandshilfe der Caritas

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Humanitäre Situation in weiten Teilen der Erde ist besorgniserregend, sagt Peter Neher, Präsident des Deutschen Caritasverbandes – Oliver Müller, Leiter von Caritas international, fordert anlässlich des Jubiläums mehr weltweite Solidarität für Menschen in Not.

Im Jahr 1921 initiierte der Deutsche Caritasverband erstmals eine Hilfsaktion für notleidendende Menschen außerhalb von Deutschland. Im Rahmen der Hilfsaktion „Brüder in Not“ wurden Lebensmittel und Medikamente in das damalige Sowjetrussland geschickt, wo nach einer verheerenden Missernte eine Hungersnot ausgebrochen war.

„Dass 100 Jahre später weltweit täglich noch immer 12.000 Menschen verhungern müssen, ist schockierend“, sagt Peter Neher, Präsident des Deutschen Caritasverbandes und ist angesichts steigender Herausforderungen für die Humanitäre Hilfe alarmiert: „Insbesondere die Corona-Pandemie und der Klimawandel führen dazu, dass weltweit immer mehr Menschen unverschuldet in Not geraten. Besonders zynisch ist dabei, dass ausgerechnet der Teil der Menschheit, der am wenigsten zur Erderwärmung beiträgt, am stärksten unter den Folgen des Klimawandels leidet.“ Und das nicht nur durch die Zunahme von Naturkatastrophen. Auch Konflikte, Flucht und Vertreibung sind auf den Klimawandel zurückzuführen.

Die Hilfen von Caritas international sind vor diesem Hintergrund in den vergangenen 100 Jahren immer komplexer geworden. Im Gegensatz zu früher geht es verstärkt um die langfristige Wirksamkeit der Hilfen. „Im Falle einer Hungersnot gab es Zeiten, in denen wir darauf mit der Verteilung von Lebensmitteln wie Reis reagiert haben“, sagt Oliver Müller, der Leiter von Caritas international, „das ist zwar nicht falsch, aber es reicht eben oft nicht. Die Frage, an der wir uns heute messen lassen, lautet: Haben wir den Hunger in der Region dauerhaft besiegt? Humanitäre Hilfe darf sich nicht darin erschöpfen, Leid zu mindern und Symptome abzuschwächen. “

Damals wie heute ist der Schlüssel zu Hilfen, die wirklich ankommen, das weltweite Netzwerk von Partnern, zumeist Caritasverbänden, die vor Ort agieren. Mit seinem jüngsten, erst vor zwei Jahren gegründeten Caritasverband der Fidschi-Inseln, zählt das Netzwerk heute 164 Mitglieder. Caritas international ist so fast überall auf der Welt innerhalb kürzester Zeit in der Lage, zu helfen. „Allen Problemen zum Trotz“, so Neher, „konnten wir so in den vergangenen 100 Jahren mehr als einer Viertelmilliarde Menschen in Not beistehen.“

Die aktuellen Konsequenzen der Covid-19-Pandemie zeigen allerdings, dass es für Herausforderungen wie die Bekämpfung der Klimakrise außer den Hilfen vor Ort auch globale Lösungen braucht. „Wir setzen uns deshalb für eine solidarische Welt ein, in der Würde aller geachtet wird“, sagt Oliver Müller. „Insbesondere unsere Spenderinnen und Spender zeigen seit 100 Jahren, dass weltweite Solidarität nicht nur eine Worthülse ist, sondern aktiv gelebt werden kann.“

 Bericht: Caritas International

Titelfoto: Rainer Nitzsche

Weiterführende Informationen:

Woher wir kommen, wohin wir gehen
101 Fragen zum Jubiläum
100 Jahre Auslandshilfe der Caritas

Link zur Broschüre:
https://www.caritas-international.de/wasunsbewegt/dossierthemen/100-jahre

Hinweis zu einer Online-Veranstaltung der Katholischen Akademie Freiburg und Caritas international

Helfen, wo immer zu helfen ist“ – Anlässlich des 100. Geburtstags von Dr. Georg Hüssler (1921–2013)
Freitag, 23. Juli 2021, 17.00 – 19.00 Uhr
Anmelden und Programm hier:
https://www.katholische-akademie-freiburg.de/detail/termin/id/2594669-helfen-wo-immer-zu-helfen-ist/?vt=1&cb-id=12087231

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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